Vielen lieben Dank
Pippi hat Recht, ist etwas lang geworden
Ein Wechselbad der Gefühle:
Ab Freitag fing ich an grübeln

. Diese Hitze, wahrscheinlich Gewitter, MS, letztes Jahr im Ziel auf der Trage, die letzten Wochen lasches Radtraining, Langeweile

. Wie blöd kann man denn sein? Ist es noch möglich auszuchecken? Höre ich nach dem Schwimmen auf ?
Also, eigentlich relativ harmlos im Vergleich zu früheren Tapering-Phasen
Am Samstag hat mich die Hitze schier umgehauen

( . Anmeldung(ohne eine Sekunde Wartezeit

) sowie Fahrt morgens war noch super entspannt, Radcheckin ebenfalls sehr flott. Genauso flott war ich aber auch wieder in der kühlen Wohnung(Schlafen, Lesen, bisschen Schwätzen

). Erst um 21 Uhr traute ich mich wieder vor die Tür, um einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Gedanken wurden geordnet, Ziele relativiert: möglichst lange Spaß haben, locker, locker, locker

, jedwedes Zeitziel schnell vergessen, bestenfalls irgendwie durchkommen

. Nachts erstaunlich gut geschlafen. Das ist ein Vorteil der MS, sie besteht wirklich auf ihre Ruhepausen

.
Morgens problemlos Rad gerichtet. Laut Murphys Gesetz muss immer was schief gehen. Dies passierte mir aber schon am Vortag, als der Unicef-Stand geschlossen war und wir so leider kein Schild mit meinem Motto: "Die MS hat es nicht leicht mit mir, besonders einmal im Jahr: Jungbrunnen Challenge Roth, 226 km Sport mit Lebensfreude

." aufstellen konnten

.
Ich hoffte, dass es damit war.
Ok, war etwas leichtfertig gedacht, wie es sich noch zeigen sollte.
Später quatschte ich noch mit Hanse von Tsz einige Zeit , bis es Zeit wurde mich in den Neo zu zwängen. Mann, ist der eng geworden

. Die Fressorgien der letzten 2 Tage nach Caro Rauscher scheinen gewirkt zu haben

Schwimmen war sehr locker, nur so warm
Ich hatte noch nie Probleme, bei jedwedem Wetter notfalls auch im Freibad im 26 Grad warmen Wasser im Neo zu schwimmen, aber gestern musste ich ihn während des Rennens mehrmals fluten

. Mir war zu warm. Trotzdem problemlos, ich ließ mich mal rechts, mal links treiben, fühlte mich recht einsam und fand es fast schon schade, als mich freundliche Helfer als dem Wasser zerren wollten.
Ich erhielt liebe persönliche Anfeuerungen von Crema

, aber als Mann ist man in bestimmten Situationen nicht ganz so multitask fähig . Sorry

, ich war voll konzentriert die engklebende Hülle wenigstens obenrum wieder los zu werden .
Im Wechselzelt gelang es mir dann mit vereinter Hilfe. Ich entschuldigte mich bei der netten Helferin noch, dass ich es überhaupt nicht eilig habe

. Gemeinsam schafften wir es mein jetzt auch superenges

Radtrikot anzuziehen, zurecht zu zupfen und mich in die pralle, brennende Sonne zu bugsieren. Zum Rad geholpert und ab gings. Rad rollte gemächlich an, irgendwie wollte ich mich nicht anstrengen.
Da kam es mir gerade recht, dass mich auf dem Weg nach Greding immer wieder Gruppen überholten. Für mich ein Alibi langsamer zu fahren. Ich will mir keinen Stress machen, um immer wieder auf den genauen Abstand achten zu müssen oder vielleicht sogar in einer Gruppe festzuhängen. Ok, noch dazu eine Ausrede für meine spätere Radzeit

.
Einzig den Kalvarienberg hoch kann ich mich traditionell nicht ganz so zurückhalten

. Dies ist für mich immer der schönste Streckenabschnitt. Nach dem ersten Hügel in Aerohaltung fast durchgängig überholend
Ok, bergab wendet sich das Blatt wieder. Allerdings fühlte ich mich in meiner vorsichtigen Kurventechnik bestätigt. In der ersten Kurve lag ein Sportler mit dick verbunden Arm, Notarzt und Krankenwagen daneben. Überhaupt war das gestern der Wahnsinn, wie oft Sirengeheul ertönte, Sportler oder Sportlerinnen sich in den Schatten setzen und aufgaben.
Mir war auch furchtbar warm

. Ich trank so viel wie noch nie und balancierte trotzdem gefährlich nah an einer Dehydration
Irgendwann öffnete ich immer wieder mein Radtrikot, um meinen Körper zu kühlen. Dass dies aerodynamisch wenig sinnvoll war, wurscht. Ich wollte später nur noch das Rad nach Roth bringen

.
Meine rechte Fußsohle muckte auf der zweiten Runde und drohte zu krampfen, war aber noch auszuhalten. Zum Glück hatte ich weder Tacho noch Uhr dabei. Meine Zeit hätte mich wohl doch etwas frustriert . So war ich nur froh, mein Rad irgendwann abgeben zu können. Wechsel 2 war mit Toilettengang und abermaligem Eincremen gut ausgefüllt. Ab jetzt trank ich Wasser, wo nur was zu kriegen war. Meine dickflüssigere Pampe würde ich erst bei km 4 erhalten.
Dann Murphy Nummer 2:
Bei einer Getränkestation schüttet eine gutmeinende Helferin kaltes Wasser über meinen Kopf. Sofort wird mein Trikot nass, um den Bauch kalt und mein befürchtetes Seitenstechen beginnt
Langsam weiter getrabt, das nasse Trikot geöffnet, meine warme Hand auf die linke Bauchhälfte gedrückt. Meinem Herzblatt rief ich noch zu, dass es heute lang werden kann, doch es wirkte
Zum Glück bin ich ein Mann, so konnte ich mit megagewagt offenen Ausschnitt weiter laufen

. Ich nahm mir vor bis km 10, hatte aber wenig Hoffnung. Es war so warm.

An der Seite lag jemand auf einer Trage. Fast hätte ich gewünscht, mit ihm zu tauschen. Ich nahm mir meine Krise

. Dann sah ich Alex von Tsz und war abgelenkt vom Selbstmitleid. Später traf ich meinen Lieblingskontrahenten Godie

(Klasse Schwimm- und Radzeit

). Super, dass Du nicht aufgegeben hast

. Ich merkte, dass es vielen ja noch viel dreckiger geht als mir. Man kann dann aber auch sagen, so schlecht kann es mir dann doch nicht gehen

. Ich lief weiter, immer mit dem Ziel noch 1-2 Km, dann gehen. Kurz nach dem zweiten Treffen mit Herzblatt an der Ländle fängt es an zu donnern und zu regnen, aber auch abzukühlen.
Murphy Nummer 3: Meine Trkot wird wieder nass, Seitenstechen beginnt von neuem

. An Trocknen war nicht mehr zu denken, was tun? Meine Laufkappe geschnappt unter das Trikot geschoben und so das nasse Trikot ferngehalten.
Meine Rettung

, ich beschleunige, sehe Innez(so locker gelaufen, Wahnsinn

), Diver(mit einem Lächeln unterwegs

), meine Vereinskameraden, meine Homefamily, sauge aus jedem Treffen neue Kraft, widersage der Versuchung bei Km 28 100m zu meiner Wohnung abzubiegen(wie früher jemand, den die Helfer nachts suchten, weil er sich zwischendurch mehrere Stunden daheim ausruhte, ehe er wieder auf die Strecke ging

). Jetzt hatte ich einen kleinen RunnersHigh

. Die Füße ächzen, egal, die Muskeln krampfen, aber es läuft und läuft. Selbst den berüchtigten steilen Buckel kurz vor Roth laufe ich hoch

. Unterwegs treffe ich Felix, bedanke mich bei ihm für ein Jahr Vorfreude und genieße, wie von ihm empfohlen die letzten Kilometer und den Zieleinlauf, geschafft

. Im Ziel war ich noch erstaunlich fit, ging diesmal bewusst erst einige Minuten, bevor ich mich mit leckeren Kuchen und Apfelschorle versorgte

. Ich freute mich über ein kurzes Treffen mit Kiwi, ehe es zum Auschecken ging.
Zur Statistik: Meine zweitschlechteste Zeit ever, aber eben auch nur

meine zweitschlechteste

. SW 1:24, Bike 6:25

, Run 4:41

, vor allem mit 10 Minuten schnelleren zweiten Hälfte

, insgesamt mit gemütlichen Wechseln 12:43, immerhin 40 Minuten schneller als 2013

.
Zeit ist aber sowieso zweitrangig

, wichtig war mir das tolle Jahr auf dem Weg dahin mit vielen aufmunternden Wünschen, Meinungen und Ratschlägen
Vielen Dank an Alle
