27.4. - 3.5.2009Montag: Nachdem ich um 2:30 im Bett war, um 6:00 wieder aufgestanden, um 7:00 in der Firma, unter Strom bis 17:00, nach Potsdam zum Kurs und um 21:00 zu Hause war an Training nicht zu denken...
Und da war doch was... Ach ja, Packen!

Rad in den Koffer, überlegen was sonst noch alles und wieder um 3:00 im Bett.
Dienstag: Um 4:30 klingelt der Wecker und ich kann mich nicht so recht entscheiden, wie ich mich fühle: durch den Mixer püriert, mit der Dampfwalze überfahren oder in die Steckdose gefasst. Angezogen und los zum Flughafen. Noch schnell Geld drucken - Geldautomat natürlich außer Betrieb.

Pünktlich am Flughafen, noch 'n Kaffee, die vollkommen genuschelte Ansage überhort und dann im Schweinsgalopp durch die Sicherheitszone und als einer der Letzten in den Flieger. Mein Fensterplatz entpuppt sich als Mitte der Sitzreihe, da ich im Airbus fliege. Auch gut, ist ja nur ne Stunde bis Nürnberg. Ich schnappe mir meine Reiselektüre (Goldratt - "Die Kritische Kette: Das neue Konzept im Projektmanagement", durchaus lesenswert für den, den's interessiert)
Dort angekommen rüber zum nächsten Gate, Laptop raus, UMTS-Karte rein und arbeiten. Denkste - UMTS ist wirklich der letze Dreck. Nirgends vernünftiger Empfang und schweinelangsam ist das Ganze auch noch. Blöd nur, dass ich dringend noch Dinge in die Firma schicken muss, die ich gestern abend noch fertig gemacht habe. Schon kommt die Ansage für den Flug nach Arrecife aber warum bewegt sich hier keiner? Weil's noch einen Flug gibt zu der Zeit...

Sachen gepackt und rüber zum anderen Gate, dort steht schon Anja und tippt verzweifelt ins Handy. Rein in den Flieger, Buch raus, weitergelesen, zwischendurch mal was gegessen, festgestellt dass diverse Idee für die zu schreibende Facharbeit im Kopf kreiseln, Laptop raus, 1,5 Seiten geschrieben, Landeanflug - so geht die Zeit gut rum.
Endlich da - und doch noch nicht. Die letzten Arbeiten meiner beiden Projekte müssen leider noch gemacht werden. Und während des Fluges sind auch noch ein paar Katastrophenmeldungen in der Mailbox aufgelaufen. Na super... Im Hotel angekommen Laptop raus, UMTS-Karte rein - nüscht. Hatte ich meine Meinung über UMTS schon kundgetan? Wenn nicht:
Da ich unbedingt Dateien schicken muss, hilft alles nix - auf den Black Berry bekomme ich die Dinger zwar rauf, aber das Ding will nur Bilder schicken. Die PCs in der Hotellobby haben keine USB-Slots und bei mir macht sich langsam Panik breit. Dann die Erlösung: WLAN im Hotel, kostenlos. Eingeloggt, VPN funktioniert, endlich! Das beste Schmankerl: Datenprobleme zwischen meinen händisch gerechneten Listen und SAP - am Ende stellt sich raus, dass der Fehler bei SAP liegt, das Sch****-Ding rechnet schlicht falsch. Sichergestellt, dass die Mail mit dem Satz "Herr D., Ihre Rechnungen waren richtig!" auch den Chef erreicht und aus die Kiste. Alles andere kommt morgen dran.
Sport muss aber auch noch sein - Rad raus und ne Begrüßungsrunde gefahren. 30 Km mehr oder minder locker, Wind mittlerer Stärke aber ich fühle mich doch recht matschig. 36 Km, 1:10:50 Std., Schnitt 29,6 Km/h, Puls 145, hier durchaus als flott zu bezeichnen, Tour hier zu sehen:
http://www.gmap-pedometer.com/?r=2773326. Am Ende noch eine Schleife durch den Ort zur Autovermietung, duschen, essen, abschalten.
Mittwoch: Eigentlich würde heute traditionell die IM-Runde anstehen aber diesmal nicht, ich muss erstmal noch ein paar Dinge abarbeiten, damit ich auch geistig Ruhe in den nächsten 2 Wochen habe. Also sitze ich in der Poolbar und bombardiere die Daheimgebliebenen mit Mails und Daten. Eigentlich ein angenehmes Arbeiten: die Sonne scheint, angenehm warm, das Wasser plätschert nebenan...
Um 16:30 ist alles erledigt, ab jetzt ist wirklich Urlaub, die Projekte sind abgeschlossen und ich gehe laufen. 10 Km, dann noch ein paar 200er - das war der Plan. Die Beine sind wie Blei und als ich langsam locker werde meldet sich ein äußerst menschliches Bedürfnis, so dass ich es grade noch ins Hotel schaffe, nix mit Tempo machen (nur notgedrungen...). 10 Km, 45:57 min, Puls 139,
http://www.gmap-pedometer.com/?r=2773326Danach schraube ich noch am Rad und reiße mir ein Gewinde an der Sattelstütze aus.

Wird ja immer besser... Dank eines Ersatzbremsklotzes von anno knix, der noch mit ner Mutter gesichert wird, kann ich die Sache reparieren, mal sehen ob das hält...
Donnerstag: 1. Aufgabe: ausschlafen. Das mache ich und stehe um 11:20 auf, frühstücke und sattel das Pferd. Die Ironman-Runde soll's werden, nach 15 Km beschließe ich, dass das nix ist heute und plane um. Ich bin immer noch zu angeplättet von den letzten Wochen. Also fahre ich ne schöne Hügelrunde mit teilweise abartigem Wind (und stelle fest: JETZT bin ich endlich angekommen. Schwitzen wie ein Schwein, Kampf gegen den Wind und die Hügel - das ist die Insel, wie sie sein soll). 98 Km, 3:33:33 Std. (nein, nicht gefaked), Schnitt 27,6 Km/h, Puls 142. Anschließend in die Laufschuhe und flotte 10 Km abgespult. Schön den Poser rausgehangen mit freiem Oberkörper die Strandpromenade entlang - leider verläuft der Test mit nackten Füßen in den recht neuen Schuhen nicht gut. Am Ende habe ich eine Ferse offen, an beiden Füßen am Innenrist blutige Stellen und unter beiden Achseln auch noch gescheuert. Na prima...

dadurch verliere ich auf den letzten 2 Km noch deutlich Zeit, weil ich einfach nicht mehr richtig auftreten kann. 10 Km, 44:23 min, Puls 150, danach ziemlich angeplättet aber zufrieden.
Freitag: so langsam ebbt der Streß ab, ich werde morgens sogar wach, aber die große Lust, sofort eine Trainingseinheit einzulegen ist noch nicht da. Macht aber auch nix. Erstmal frühstücken, danach ein Abstecher nach Puerto Calero (ruhiger Ort, nette Marina, würde ich aber nicht wohnen wollen), dann weiter in Richtung La Santa. Der Plan: Anmeldung für den Volcano Triathlon anmelden, schwimmen, laufen. Da die Anmeldung noch nicht offen ist, geht's erstmal ins Becken. 17x 200m, 1:40-1:45 min, 2:00min ab, wieder denke ich mir "Ist doch ganz einfach, warum kannste das nur nicht im Wettkampf durchschwimmen?"
Anschließend Laufsachen an und rüber auf die Bahn, 10x 200m zum Beine auflockern. Ist auch dringend notwendig... Die ersten beiden in 38 Sekunden und die Beine wie blei, danach wird's langsam etwas besser, der Rest geht in 36 bis 35 Sekunden weg. Den Gedanken daran, dass das grade mal mein 3000m-Bestzeittempo ist (ok ok - ist 20 Jahre her) schiebe ich schnell beiseite und renne weiter. Nebenan springt eine Weitsprungtruppe inkl. zwei Athleten mit Beinprothesen und zeigt mal wieder, was möglich ist. Nachdem der Trainer seinen Schützling mit den Worten "Ich habs doch gesehen, nach 21:00 brannte bei Dir noch Licht." rund gemacht hat, weiß ich wieder, warum ich seinerzeit Kaderzugehörigkeit dankend abgelehnt habe...
Nach den 200ern noch ein wenig ausgetrabt, gesamt 10 Km, 45:11 min, Puls 144. Dann umgezogen und guter Dinge rüber zur Anmeldung. Da bekomme ich dann dann erstmal nachhaltig schlechte Laune: ich hätte bis gestern meine Anmeldung abgeben müssen, Rennen ist ausgebucht, nur noch Gäste des La Santa können berücksichtigt werden. Ich kann aber auf die Warteliste, gegen 20:30 würde man mir Bescheid sagen. Na super... Die letzten Jahre war das nie ein Problem, jetzt ist anscheinend auch hier der Run ausgebrochen.
Ziemlich mißmutig ziehe ich von dannen, noch ne Runde durch Arrecife auf der Suche nach dem Sportcenter und dann Abendessen. Gegen 20:00 dann doch der Anruf: kannst starten. Nun gut... Also noch die Sachen zusammen gepackt und ab ins Bett.
Samstag: Europäische Saisoneröffnung!
Um 8:20 stehe ich am Zelt im Club La Santa und bekomme meine Startnummer. Rad fertig gemacht, Sachen in der Wechselzone deponiert, gecremt, geschmiert etc. und festgestellt, dass das Wetter für hiesige Verhältnisse relativ zahm ist. Kurz vor 10 dann zum ersten Mal in diesem Jahr rein in die Neoprenpelle und zum Start. Das wasser fühlt sich wie üblich im ersten Moment reichlich frisch an, ist aber mit den ebenso üblichen 19°C angenehm zum Schwimmen. Der Start verschiebt sich, da ca. 50 Spacken 50 - 80m vor der Startlinie rumschwimmen und immer weiter noch vorne wollen. Der Veranstalter versucht, mit dem Megaphon für Ordnung zu sorgen aber Bewegung kommt erst ins Feld, als der Rest der Athleten die Möchtegerns lautstark ausbuht. Bis auf 20m kommt der Pulk wieder zurück, dann fällt der Schuß.
Auf den ersten 20m ist das Wasser schlicht schwarz vom aufgewühlten Dreck, danach wird die Sicht besser. Ebenso ungewohnt der extrem salzige Geschmack. Sonst war ich immer vorher noch im Meer schwimmen, diesmal nicht - aber auch das gibt sich nach ein paar mal Atmen. Nach den üblichen 150m Prügelei zieht sich das Feld auseinander und ich komme einigermaßen in meinen Rythmus. Fühlt sich eigentlich ganz gut an, aber ich kenne ja mein nicht vorhandenes Wasser- und Schwimmgefühl, das muss nix heißen. Im Gegensatz zu den letzten Jahren schwimme ich diesmal NICHT gegen die erste Boje, dafür aber so dicht dran vorbei, dass der rechte Arm dran hängenbleibt.

Rum um die Wende und zurück, ich fühle mich immer noch gut. Die Zeit am Schwimmausstieg meldet dann aber doch wieder was anderes: 30:20 min... Naja, war zu erwarten, frustriert mich daher nicht weiter.
Vom Wasser aus ist hier erstmal ein ordentliches Stück bergan zu laufen, dann rein in die (sehr enge) Wechselzone, Neo aus, Nummer um, Brille auf, Helm auf und Socken an - bei den immer noch halboffenen Stellen an den Füßen will ich kein Risiko eingehen. Rad geschnappt und raus, aufsteigen und Schuhe auf dem Rad anziehen geht diesmal reibungslos und auch das übliche Chaos vor der Wechselzone bleibt aus. Wechselzeit: 3:38 min (die Schnellsten wechseln in knapp 2 min).
Die Radstrecke ist gegenüber den Vorjahren verändert worden. Bisher waren es 2 Runden á 21 Km, jetzt fährt man nach Famara und zurück und das zweimal. Damit verdoppeln sich die Höhenmeter knapp und der Kurs wird nicht einfacher, auch wenn er sich flüssiger fährt. Alles auf dem großen Blatt ist kein Problem aber an einigen Stellen ist schon knautschen angesagt. Ich stelle nach ein paar Metern fest, dass das hier Triathlon ist, wie ich ihn kenne: sehr spät aus dem Wasser und dann nur noch überholen. Die Pulkbildung hält sich diesmal in Grenzen, Windschatten ist komischerweise kaum ein Thema. Das war auf der alten Strecke anders. Ich versuche, mitzuzählen und bin am ersten Wendepunkt ca. auf Platz 150, wenn nicht noch weiter hinten. Auf dem Weg zurück zähle ich noch 20 Überholte mit, dann höre ich auf. In der zweiten Runde merkt man die Hügelchen doch schon etwas und egal wie ich trete, der Puls will nicht so recht hoch. Na macht nix, letztens beim Duathlon ging der Lauf hintenraus ja wie geschnitten Brot, da hole ich noch was raus.
Runter vom Rad, rein in die Wechselzone, Helm ab, Schuhe an, Mütze auf und raus, Wechselzeit: 0:54 min (die Schnellsten wechseln in ca. 40 Sek). Jetzt aber los. Hallo...? Ich sagte: LOS! Nüscht geht... Die Beine wie Beton, gefühlte 120 Kg schwer, stampfe ich aus dem Stadion wie ein Elefant. Da tröstet es auch nicht, dass ich selbst mit dem Tempo noch andere überhole. Ich kämpfe mich in Richtung erstem Wendepunkt, der Puls bleibt bei 155, der Schritt ist gefühlt nicht vorhanden (auf Bildern sehe ich später: sieht eigentlich ganz gut aus - sehr merkwürdig das). Nach der ersten Runde stoppe ich die Zeit mit und denke mir nur noch: "wenn das nicht besser wird, brauchste im Sommer aber nicht an Glanztaten zu denken". Rein in die zweite Runde und bei km 6 macht es auf einmal klick. Der Schritt wird besser, der Puls geht 10 Schläge hoch und ich werde deutlich schneller - zu merken daran, dass ich wieder anfange, Leute einzusammeln, die bis dahin im gleichen Abstand vor mir liefen. Viel Zeit kann ich aber auf den letzten paar Metern nicht mehr rausholen und nach 2:29:44 bin ich im Ziel. Nicht meine langsamste Zeit hier aber auch bei weitem nicht die schnellste. Insgesamt Platz 105, in der AK 31., 2006 war ich 2 Minuten schneller, damit 61ter und 8ter in der AK. Niveau deutlich erhöht in den letzten Jahren.
Im Ziel bekommt jeder einen freundlichen Händedruck von Kenneth, Organisator und Leiter des Club La Santa und Cola soviel man trinken kann. Ich bin etwas ratlos, warum es nicht ging aber egal - ohne das Rennen wäre der Urlaub nicht komplett gewesen. Ich hole meine Sachen, ziehe mich um, fülle die Trikottaschen und radel los.
Zum Ausfahren noch eine schöne Runde über die Insel, mäßiger Wind, schön warm... Nur der Hunger ist etwas lästig, kenne ich ja von mir sonst nicht. Ich esse alle meine Riegel, reicht aber trotzdem nicht. Am Ende bin ich total platt und froh darüber, dass es die letzten 30 Km keine größeren Berge mehr hat. 94 Km, 3:23:23 Std., Schnitt 28,1 Km/h, Puls 131. Und danach: einmal um mich rum futtern. Abends geht's noch zum Mexikaner, der wirklich alles tut, damit ich danach nur noch heimrollen kann...
Sonntag: Vormittags ist Markt in Teguise, typische Touri-Veranstaltung aber ich wollte es wenigstens mal gesehen haben. Danach geht's nach Arrecife ins Centro Desportivo, das nach Ansicht der Internetseite wie ein Bad mit Wellnessbereich aussieht. Naja - fast... Ein 25m Becken mit merkwürdig schmeckendem Wasser, 1,30m tief, dazu ein Whirlpool mit kaltem (!) Wasser, ein Kinderbecken mit Schwallbrause und 2 Saunakammern - das war's. Ich paddle 2000m lockeres Programm runter (mehr geht eh nicht, Arme lahm) und verschwinde wieder. Runter zur Strandpromenade und von dort locker nach Hause gelaufen. Sehr merkwürdig: knapp 11 Km, 49:46 min, Puls 135, die Beine total schwer. Hätte ich die Strecke nicht mehrfach nachgemessen, würde ich das nicht glauben.
Fazit: Kilometer 2009 bisher:S:
R:
L: