Hab' mich von Anfang an richtig schlecht gefühlt, oder sagen wir spätestens ab km 3, vorher merkt man's ja vor lauter Euphorie noch nicht ...

Irgendwie nicht richtig Luft gekriegt, der Puls in schwindelerregenden Höhen, das Tempo schon etwas lockerer als vorher brav geübt ... war alles nichts ... hab' auch gleich versucht, das Tempo peu à peu rauszunehmen ... vergeblich ... ich konnte nicht so recht in den Lauf hineinfinden ...

Das größte Problem war die Luft !
Ich habe mich gefühlt als ginge "von selbst" immer nur gerade mal "'ne Handvoll rein und raus" ... der Bauchraum hat sich dann auch recht bald dementsprechend angefühlt ... inklusive ständig lauernder Seitenstechen-Anflüge ...
Bei km 10 hatte ich große Lust links abzubiegen und nach Hause zu laufen ...

... die Gedanken waren noch nicht abgeschlossen, als mir klar wurde, daß ich keinen Schlüssel dabei hatte ...
Also erstmal weiter, wird schon werden ... erstmal noch lockerer, vielleicht läuft's ja später besser ...
Das Tempo ging dann so langsam in Richtung "lockerer Lauf", der Puls dafür auch mal auf Intervall-Niveau ... ditte macht Spaß ...

Bei der Hälfte wäre ja theoretisch noch eine kleine Verbesserung zum Vorjahr drin gewesen ... so richtig lief's aber noch nicht ...
"Irgendwo in den mittleren Zwanzigern", nach ein paar ruhigen Schritten an den Getränkestellen, konnte ich langsam wieder etwas "normaler" atmen ... dafür hatten die Beine nach dem luftleeren Theater immer weniger Lust auf Zugabe.
Wozu der Quatsch ...
Ok, vielleicht um anstandshalber unter 4h zu bleiben ...

Hat aber nicht lange gehalten ... irgendwo, vielleicht so zwischen km 31 und 33, hatte ich
keinen Bock mehr !
Für die U-Bahn war ich dann aber doch nicht Stadler genug, so bin ich halt so dahingewandert, Schwätzchen hier, Schwätzchen da ... mal ein paar Meter gejoggt ... ein wenig über's Leben philosophiert ... mich artig für die
"DU SCHAFFST ES !!!"-Zurufe bedankt ... am Potsdamer Platz kurz überlegt, ob ich 'ne Runde bei der Capoeira-Gruppe mitmachen soll ...

Zum Schluß noch einen grandiosen Schluß-Sprint durch's Tor hingelegt ...

... die Medaillen werden um diese Zeit nicht mehr um den Hals gehängt, sondern nur noch in die Hand gedrückt ... besser so ...

Weil's Wetter so schön war, doch noch kurz auf die Wiese vor'm Reichstag gelegt, wo man sonst den kleinen Siegesschlaf des Gerechten abhält ...