...und wer sich dieses Traum-Panorama anschauen will sollte sich mal von Saalfelden aus Richting Zell am See aufs Radl setzen und genießen!! Aber jetzt mal von Anfang an:
Die MD in Saalfelden sollte ja mein Saisonhöhepunkt werden. Mit einem recht guten Gefühl hinsichtl. der Vorbereitung machten wir uns am Freitag auf ins Sazlburger Land. Unsere Pension direkt an der Wechselzone und am Ritzensee (in dem auch geschwommen wurde) war recht schnuckelig mit einem sehr netten Wirt, der - so wie alle im Ort! - genauso interssiert und engagiert war, wie die Sportler selbst. Im Übrigen war unsere Unterkunft nicht nur im Preis eine echte Alternative zum Ritzenseehotel, das als "Racehotel" sog. Spezialpakte für die Sportler anbot

. Wir bummelten in Ruhe über das Gelände, und schauten uns alles an, da Sabine bereits am nächsten morgen beim Sprint um 9.30 Uhr dabei war, während ich erst um 13.30 an der Reihe war. Materialcheck, Rad testen...alles ok. Die sog. "Potatoparty" (statt Pasta) im Racehotel sparten wir uns, da ich 19 Euro p.P. dann doch ein bisserl heftig fand...außerdem hatten wir keine Lust auf Massenfressen am Buffet....gelobt wurde es zwar, aber ist halt nicht jedermanns Sache

Statt dessen gingen wir ein Stück zu Fuß in den Nachbarort, aßen eine ordentliche Brotzeit und blickten verträmt auf der Terasse einer Wirtschaft Richtung Zell am See, wo man in den Wolkenschleiern das erahnen konnte, was am nächsten Tag in voller Pracht zu sehen sein sollte.
Raceday: Frühstück und los gings zum Einchecken. Alles sehr professionell und sehr freundlich! Und das vor einer Kulisse, die wirklich beeindruckend war; alles fand vor dem sog. Steinernen Meer statt, einer sehr imposanten Gebirgskette. Das Wetter war perfekt, wenn auch schon morgens etwas warm. Sabine stüzte sich in die Fluten und kämpfte sich tapfer durch das Gewusel..Zwei Wellen bei 200 Startern auf 500m Strecke wären nicht schlecht gewesen

Sie war auch schneller wieder mit dem Rad da als erwartet und lief dann noch tapfer mit einem zackigen Wadenkrampf auf einen 5 Platz in ihrer AK und einer Mittelfeldplatzierung gesamt. Für einen "Hobbysportler" (wie sich sich selbst bezeichnet

) recht ordentlich, und Spass gemacht hats auch noch!!!
Während Sabine auf dem Rad saß, ranntef ich zum Billa (Aldi in Österreich) um Schwämme für meine Aerotrinkflasche zu kaufen...man vergisst halt doch mal was
So jetzt gings ans einchecken..Radl abgegeben, Wechselbeutel aufgeängt, Strecke abgelaufen...passt alles. Die Temperaturen kletterten so langsam auf 30 Grad und ich stopfte mich in meinen Neo

M.E wäre ein Neoverbot auch zu rechtfertigen gewesen

aber naja
Schwimmen lief ganz gut, ich konnte mich in der Verfolgergruppe positionieren; ganz vorne ging die Post so richtig ab (Ich brauche neues Material

) Wechsel ging super und ab aufs Rad! Die Strecke (drei Runden) war zunächst recht "unruhig" mit einem längeren Anstieg und einigen engen Kurven und Engstellen, an denen Überhol- und Aeropostionsverbot herrschte. Dann kam man aber auf eine ordentliche breite Strasse und konnte schön drücken. Wie gesagt das Panorama vor dem Steinernen Meer war schon sagenhaft, aber dann macht die Strasse eine 90 Grad Kurve und da sah man ihn. Noch leicht im Dunst, aber trotzdem gut zu sehen: Der Großglockner! Einfach nur imposant! (Für "Kenner": Da fällt mir der Watzmann ein mit der Zeile..."Groß und mächtig, schicksalsträchtig, um seinen Gipfel jagen Nebelschwaden!! Gänsehaut pur!!
Überall an der Streck waren Stimmungsnester, der Verkehr war sehr gut geregelt. Die Strecke selbst empfand ich als anspruchsvoll, da teilweise sehr kurvig mit Licht- und Schattenwechsel in Waldpassagen und recht wellig mit zwei "netten" Anstiegen .....einer hieß die "Mauer von Breitenberg"

Als ich das dritte mal oben war war ich auch ganz froh, dass ich jetzt laufen durfte
Die Kampfrichter waren gut, teils etwas übermotiviert. Als ich nach einer Kurvenkombination an einer Steigung einen ganzen Pulk überholte, war plötzlich der Kampfrichter neben mir: "Wanst no o moi hinter am andern herfoahrst, wirst gsrtoaft"....Ja, ne...is klar, ne...
Runter vom Rad und dann kam der Hammer! Ich hatte genug auf dem Rad getrunken, aber irgendwie wollte mein Magen die Gels nicht so verdauen wie er sollte. Also lief ich als Luftballon mit einem sehr unangenehmen Gefühl los. Dazu kamen dann noch so 32 Grad. Von meiner angepeilten 4.30/KM hab ich mich gleich ganz schnell verabschiedet. Los gings durch den Ort, über den Rathausplatz, der komplett mit einem Zelt überdacht war und ein echter Hexenkessel war!! Geniale Stimmung! Ich wusste nur irgendwie gar nicht, wie mir gerade geschieht

Die Strecke - eine Wendepunktstrecke - musste vier mal durchlaufen werden. Das Höhenprofil sah eigentlich recht "locker" aus, zwar bis zum Wendpunkt leicht ansteigeind aber nix wildes...soviel zur Theorie...In der Praxis wars dann so, dass es permanent mit einer sehr unangenehmen Steigung erst mal 2 Km hoch ging, dann kurz steil runter und wieder steil hoch um wieder nen guten KM anzusteigen, steil runter und bis zum Wendepunkt leicht ansteigend

Holla die Waldfee! Ich versuchte ein Tempo zu finden, was der Strecke und der Hitze angemessen war; es fühlte sich wie Wandertag an! In ersten 5KM ging gar nix, ich dachte ich sterbe. Der Bauchdruck hielt sich auch über die gesamte Strecke und auch die heftigen Flatulenzen brachten keine Abhilfe

Horrortrip! Irgendwann hatte ich dann meinen Takt und quälte mich im Schneckentempo weiter. Überall standen Menschen an der Strecke, spritzten einen mit Schläuchen ab und machten richtig Rambzamba. Eine Zeit konnte ich noch an Christene Waitz dran bleiben, aber irgendwann musste ich sie ziehen lassen. Irgendwie fehlte mir da komplett die (mentale) Tempohärte. Die Strecke war mit 21,8 KM auch noch etwas länger....aber die sehr guten Verpfegungsposten alle 2KM machten es dann doch erträglich. Mir kam irgendwann der Führende entgegen (Endzeit 3.42!!!!!!!) und ich fragte mich, wie Aliens sich wohl so auf der Erde fühlen. Unterwegs traf man dann ne Menge, die einen echten Wandertag absolvierten, davon auch einige, die mich ganz am Anfang geschnupft hatten. Leider wurde auch ich recht durchgereicht( nach dem Radsplitt noch 28., aber mir wars wichtig mein Ding zu laufen, da Strecke echt heftig war.
Nach zwei Runden lief ich dann recht platt aber glücklich am Rathausplatz mit ner 4.32h ein, 54 Platz. Sau geiles Rennen!!!!! Verpflegung und Massage ganz, ganz toll!! Stimmung top!
Den Abend verbrachten wir nich auf der Party, sondern mampften noch einen (sehr guten) Schweinsbraten und ich bekämpfte meinen Elektrolythmangel mit ein paar Hellen
Am nächsten Tag sind wir zur Siegerehrung. Da gabs dann für die MDler noch einen Finisherbrunch der wirklich alles (!) zu bieten hatte. Da Sabine 20 Euro für den Brunch hätte zahlen müssen, haben wir aber schon der Pension gefrühstückt. Eigentlich blöd, da dort solche Mengen waren, dass man 100mal hätte gehen können. Auch bei der Siegerehrung herrschte noch eine tolle Stimmung. Wir ließen den Vormittag dann am See ausklingen, planschten noch ein bisserl und machten uns dann wieder auf gen Heimat.
Fazit: Sehr gut organisierter Wettkampf, der auch rundrum wirklich viel bietet. Er ist sein Geld (Startgeld 80 Euronen) durchaus wert (Verpfegung, davor und danach, Shirt, Tasse, Logistik etc.), wenn auch nicht günstig. Die Stimmung war hervorragend und die Location ist unschlagbar. Bemerkenswert ist noch folgendes. Es fiel auf, dass nicht nur der Verein sondern die gesamte Gemeinde in die Organisation voll einbezogen war. Somit konnte ein wirklich toll organisierter WK ohne Mäkel auf die Beine gestellt werden!
Ich sag nur: I'll be back
