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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 04 Apr 2022 18:59 
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MD Emu

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Die Prinzipien der Kriegspropaganda:
1.1 Wir wollen keinen Krieg!
1.2 Der Gegner ist allein für den Krieg verantwortlich!
1.3 Der Führer des feindlichen Lagers wird dämonisiert
1.4 Wir verteidigen ein edles Ziel und keine besonderen Interessen!
1.5 Der Feind begeht wissentlich Grausamkeiten, wenn wir Fehler machen, geschieht dies unbeabsichtigt
1.6 Der Feind benutzt unerlaubte Waffen
1.7 Wir erleiden geringe Verluste, die Verluste des Feindes sind erheblich
1.8 Anerkannte Kulturträger und Wissenschaftler unterstützen unser Anliegen
1.9 Unser Anliegen hat etwas Heiliges
1.10 Wer unsere Propaganda in Zweifel zieht, arbeitet für den Feind und ist damit ein Verräter

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Prinz ... propaganda

:tomtiger


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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 09 Apr 2022 21:06 
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MD Emu

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captainbeefheart hat geschrieben:
Für mich kein Zufall, dass Alice Schwarzers Buch "Transsexualität: Was ist eine Frau? Was ist ein Mann? – Eine Streitschrift." kurz vor der Veröffentlichung steht.


Nun ist es raus, das Buch von Alice Schwarzer zur Transsexualität.

Eine erste Rezension scheint zu bestätigen, dass da eine offensichtlich verbitterte Person ihren Bedeutungsverlust kompensiert: https://www.spiegel.de/kultur/alice-sch ... bbc9a27b5a


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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 11 Apr 2022 09:05 
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MD Emu

Registriert: 20 Nov 2020 18:35
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captainbeefheart hat geschrieben:
...
Eine erste Rezension scheint zu bestätigen, dass da eine offensichtlich verbitterte Person ihren Bedeutungsverlust kompensiert: https://www.spiegel.de/kultur/alice-sch ... bbc9a27b5a


Die "erste Rezension" ist eine Kolumne.
Kolumne: https://de.wikipedia.org/wiki/Kolumne

Zur Rezension: "In der Regel rezensieren gleich mehrere Rezensenten unabhängig voneinander den Gegenstand ihrer Betrachtung. Deren selten einhellige Bewertung kann von uneingeschränktem Lob bis zum Totalverriss reichen, sodass in den Rezensionen oftmals auch völlig gegensätzliche Auffassungen und Bewertungen vertreten werden."
https://de.wikipedia.org/wiki/Rezension

Fazit: Was man bis jetzt weiß ist, dass der Kolumnistin und dem Captain das Buch nicht gefällt.

:tomtiger

PS: Durch Kundenrezensionen erhält das Buch bei amazon aktuell bei acht Bewertungen die Note 3,7 von 5.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 14 Apr 2022 19:32 
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MD Emu

Registriert: 20 Nov 2020 18:35
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`


"Anton Hofreiter übt starke Kritik an Scholz' Ukraine-Politik. Der Grünen-Politiker fordert einen Kurswechsel.
Die deutsche Regierung solle der Ukraine endlich Waffen liefern und Verantwortung im Ukraine-Krieg übernehmen."

https://www.stern.de/politik/deutschlan ... 81492.html

Leidet jetzt der Toni unter Gedächtnisverlust oder seine Wähler:innen? :???:

Wir setzen uns für ein Exportverbot von Waffen und Rüstungsgütern an Diktaturen, menschenrechtsverachtende Regime und in Kriegsgebiete ein.
Für Deutschland werden wir ein Rüstungsexportkontrollgesetz vorlegen.
Das willst du auch? Dann wähl GRÜN am 26. September!


Bild
https://twitter.com/Die_Gruenen/status/ ... 5126980623

:tomtiger


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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 14 Apr 2022 23:12 
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Capoeira Emu
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Cogi Tatum hat geschrieben:
`Leidet jetzt der Toni unter Gedächtnisverlust oder seine Wähler:innen? :???:

Der scheinbare Widerspruch wird schon noch ge- oder erklärt werden !
Frau Baerbock hatte dazu ja gesagt "jetzt ist Zeit für Kreativität" ... :tomtiger


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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 15 Apr 2022 09:21 
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Admin-Emu
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Flow hat geschrieben:
Cogi Tatum hat geschrieben:
`Leidet jetzt der Toni unter Gedächtnisverlust oder seine Wähler:innen? :???:

Der scheinbare Widerspruch wird schon noch ge- oder erklärt werden !
Frau Baerbock hatte dazu ja gesagt "jetzt ist Zeit für Kreativität" ... :tomtiger


Wie sehen das eigentlich die Grünen Wähler?

+ Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter warb gestern im Morgenmagizin für die Lieferung von schweren Wafffen in die Ukraine.
+ Vizekanzler Habeck verhandelt mit Katar, um unabhängier vom russischen Gas zu sein.

Als ich vor Jahrzehnten das erste Mal wählen durfte, wählte ich überzeugt grün. Sie war in meinen Augen eine Friedens- und Umweltschutzpartei.

Frage: wieso wählt man eigentlich grün? :eins Kann ich nicht ebenso CDU, SPD oder FDP wählen? Ist das nicht längst Jacke wie Hose?
(Frage aus Interesse)

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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 15 Apr 2022 11:54 
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MD Emu

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Beiträge: 1231
keko hat geschrieben:
Wie sehen das eigentlich die Grünen Wähler?

+ Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter warb gestern im Morgenmagizin für die Lieferung von schweren Wafffen in die Ukraine.
+ Vizekanzler Habeck verhandelt mit Katar, um unabhängier vom russischen Gas zu sein.

Als ich vor Jahrzehnten das erste Mal wählen durfte, wählte ich überzeugt grün. Sie war in meinen Augen eine Friedens- und Umweltschutzpartei.

Frage: wieso wählt man eigentlich grün? :eins Kann ich nicht ebenso CDU, SPD oder FDP wählen? Ist das nicht längst Jacke wie Hose?
(Frage aus Interesse)

Tja, warum wähle ich eine Partei? Weil die Schnittmenge der von dieser Partei vertretenen Postionen und meiner am größten ist. In den grundlegenden politischen Forderungen ebenso wie in der Realpolitik - und in diesen beiden politischen Perspektiven kann es dabei immer wieder Unterschiede, Paradoxien und Dilemmata geben.

Wenn ich dabei zunächst auf die Grünen als "Umweltschutzpartei" schaue, dann sehe ich, dass die die politische Praxis der letzen 16 Jahre (ohne eine Beteiligung der Grünen in der Bundespolitik) zu einer Manifestation des Paradigmas fossiler Energie beigetragen hat, die einen Teil des aktuellen Dilemma im Ukrainekonflikt ausmacht. Gas aus Katar ist dabei ebenso blutverschmiert, wie es seit jeher die Rohöllieferungen aus den Golfstaaten und dem Gas und Öl aus Russland ist. Wie sollen wir aus diesem Dilemma herauskommen? Für Dilemma gibt per definiton es keine "Lösungen" nur Handhabungen, in diesem Fall das etwas kleinere von zwei Übeln. Wir wären heute definitv nicht in dieser heftigen und moralisch fragwürdigen Form des faktischen Dilemma, hätten wir die 16 Jahre konsequent zum Ausbau der regenerativen Energieträger genutzt. "Hätte, hätte ..." ist aber keine Option zur Handhabung der aktuellen Realpolitik, in der die Bundespolitik ja konkret handeln muss, hier Habeck als Wirtschaftsminister.

Wenn ich dann auf die Grünen als "Friedenspartei" schaue, dann sehe ich ebenso mit Blick auf die letzten 16 Jahre eine gescheiterte Apeasement Politik (die mittlerweile auch von den Verantworlichen eingestanden wird), vor allem mit Blick auf Russland - und die Grünen müssen die Konsequenzen diese Fehler jetzt realpolitisch handhaben. Erneut ein Dilemma aus Handlungsoptionen, die jeweils wieder beschissene Konsequenzen nach sich ziehen. Glaubst Du ernsthaft, wir könnten uns dem EU- und amerikanischen Druck der Hilfe für die Ukraine entziehen, selbst wenn wir das wollten? Schon jetzt wird Deutschland doch mit Blick auf unsere Interventionen als "schwach" gebrandmarkt. Und glaubst Du ernsthaft, in diesen realpolitschen Fragen kannst Du Dich als Grüner in Regierungsbeteiligung auf grundlegende politische Grundhaltungen zurückziehen? Natürlich ist es für Grünenwähler*innen befremdlich, dass Hofreiter "schweres Gerät" fordert. Auch hier: Ein Dilemma, aus dem wir nicht kurzfristig herauskommen.

Ein Gedanke zum Ukrainekrieg noch, in dem offenbar viele denken, dass es doch diplomatische Lösungen geben MUSS. Dieses MUSS ist erneut ein Dilemma, letztlich eine ausweglose Situation:

Der Verlierer bestimmt, wann ein Krieg sein Ende findet. Erst wenn die weiße Fahne geschwenkt wird, ist der Krieg zu Ende. Jede Beziehung, auch im Krieg, bedarf der Zustimmung der Beteiligten, das gilt auch für die Sieger-Verlierer-Beziehung. Und man kann niemanden zur Zustimmung zwingen, d.h. jeder hat ein Vetorecht gegenüber dem Frieden. Die Ukraine will - aus guten Gründen - nicht kapitulieren, sie erkennt die Asymmetrie der Beziehung nicht an (das gilt natürlich auch für Russland). Und nachdem wir in unseren sehr handfesten eigenen Interessen in Deutschland davon berührt sind, haben wir uns auf eine Seite gestellt und sind dort bis zum bitteren Ende gebunden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 15 Apr 2022 13:00 
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captainbeefheart hat geschrieben:
... Glaubst Du ernsthaft, wir könnten uns dem EU- und amerikanischen Druck der Hilfe für die Ukraine entziehen, selbst wenn wir das wollten? ....

Nein, das glaube ich nicht.
Gegenfrage: was glaubst du, wer letztendlich den Druck ausübt? Woher er kommt? Glaubst du ernsthaft, dass sei bspw. Herr Biden persönlich?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 15 Apr 2022 13:03 
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captainbeefheart hat geschrieben:
...Und glaubst Du ernsthaft, in diesen realpolitschen Fragen kannst Du Dich als Grüner in Regierungsbeteiligung auf grundlegende politische Grundhaltungen zurückziehen? ...


Nein, das glaube ich nicht. Wäre Herr Merz in Regierungsverantwortung, würde er bspw. das sagen, was Herr Hofreiter sagt. Entsprechend würde Herr Hofreiter das sagen, was gerade Herr Merz sagt. Es ist wie in einem Spiel. Gut möglich, dass beide Herren abends freundschaftlich ein Glässchen Wein trinken.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 15 Apr 2022 13:06 
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Beiträge: 23309
captainbeefheart hat geschrieben:
...

Der Verlierer bestimmt, wann ein Krieg sein Ende findet. Erst wenn die weiße Fahne geschwenkt wird, ist der Krieg zu Ende. ...


Jetzt wirst du sentimental. Kriege werden aus Interessen geführt. Sie sind zu Ende, wenn es sich nicht mehr lohnt und nicht, wenn jemand eine Fahne schwenkt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 15 Apr 2022 13:48 
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MD Emu

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keko hat geschrieben:
captainbeefheart hat geschrieben:
...

Der Verlierer bestimmt, wann ein Krieg sein Ende findet. Erst wenn die weiße Fahne geschwenkt wird, ist der Krieg zu Ende. ...


Jetzt wirst du sentimental. Kriege werden aus Interessen geführt. Sie sind zu Ende, wenn es sich nicht mehr lohnt und nicht, wenn jemand eine Fahne schwenkt.

Das sehe ich tatsächlich anders und das hat mit Sentimentalität nichts zu tun:

Erstens, Kriege dauern fast immer länger, als man es sich in der Anfangsphase denkt oder auch nur vorstellen kann. Zweitens, Kriege dauern fast immer länger, als sie nach einer „rationalen“ Kosten-Nutzen-Abwägung dauern sollten. Schon jetzt ist ein möglicher „Ertrag“ Russlands nur propagandistisch herstellbar. Pseudo-Einigungen, ohne Anerkenntnis der Sieger-Verlierer-Asymmetrie (in diesem Fall), sind keine Einigungen und brechen, oft auch erst nach Jahren bzw. Jahrzehnten, wieder auf. Das ist konstitutiv, für jede Beziehung, sei es auf Individual-, Organisations- oder Gesellschaftsebene.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 16 Apr 2022 08:33 
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MD Emu

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captainbeefheart hat geschrieben:
Pseudo-Einigungen, ohne Anerkenntnis der Sieger-Verlierer-Asymmetrie (in diesem Fall), sind keine Einigungen und brechen, oft auch erst nach Jahren bzw. Jahrzehnten, wieder auf.
Wenn "Pseudo-Einigungen" dazu führen, dass in "Jahrzehnten" ganze Generationen an Menschen heranwachsen, ohne ermordet, zerfetzt oder vergewaltigt zu werden, und Staaten sich ferner entwickeln können, dann sehe ich in solchen "Pseudo-Einigungen" durchaus Vorteile gegenüber den aufrichtigen Kriegen.

captainbeefheart hat geschrieben:
Das ist konstitutiv, für jede Beziehung, sei es auf Individual-, Organisations- oder Gesellschaftsebene.
Das liest sich auf den ersten Blick schlau dahergeschrieben.
Aber jenes "Das ist konstitutiv, für jede Beziehung" hat dann doch in diversen Fällen einen mangelnden Bezug zur Realität.

Eine Beziehung auf Individualebene zerbricht z. B. weil Peter, der Ehemann von Sabine, mit Sabines Freundin Petra nebenher regelmäßig poppt.
Die Individuen kennen sich alle.

Und der Krieg so auf der Ebene von Organisationen oder Gesellschaften...
„Krieg ist ein Zustand, bei dem Menschen aufeinander schießen, die sich nicht kennen, auf Befehl von Menschen, die sich wohl kennen, aber nicht aufeinander schießen.“ (George Bernard Shaw)

:tomtiger


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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 16 Apr 2022 12:44 
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MD Emu

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Wenn Frieden schaffen nur mit Waffen und mit Krieg möglich ist und Pazifismus laut Robert Habeck nur ein ferner Traum,
sollten dann die EU, Deutschland, die NATO-Staaten, die freie Welt nicht das Recht auf Kriegsdienstverweigerung einkassieren?
Sind Kriegsdienstverweigerer letztendlich nicht feige Friedensgegner? :???:

Frohe Ostern, vong 5. Gebot her


Bild

:mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 17 Apr 2022 11:04 
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MD Emu

Registriert: 04 Aug 2017 22:10
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keko hat geschrieben:
captainbeefheart hat geschrieben:
...

Der Verlierer bestimmt, wann ein Krieg sein Ende findet. Erst wenn die weiße Fahne geschwenkt wird, ist der Krieg zu Ende. ...


Jetzt wirst du sentimental. Kriege werden aus Interessen geführt. Sie sind zu Ende, wenn es sich nicht mehr lohnt und nicht, wenn jemand eine Fahne schwenkt.

Klaus Eidenschink hat eine recht gute Zusammenfassung der Forschung zur Psychodynamik von Kriegen erstellt:

„Was geschieht mit Staatsführern in Krisen und eskaliertenden Kriegen? Dazu gibt es Forschung. Ich fasse mal aus dem Handbuch „Content Analysis: Handbook With Applications For the Study of International Crisis“ von Robert North und seinen Kollegen aus dem Jahr 1963 die wichtigsten Punkte zusammen:

1. Staatsführer agieren in ihrer Rolle nicht sehr viel anders als in kleinen sozialen Konflikten. Ihr persönliches Konfliktmuster bei Bedrohung wird aktiviert.

2. Durch den entstehenden Stress sinkt die Wahrscheinlichkeit den Stellenwert von Informationen angemessen zu differenzieren.

3. Die Fähigkeit komplexe Zusammenhänge zu ertragen sinkt. Die Toleranz ihm Hinblick auf Mehrdeutigkeiten sinkt.

4. Stereotype Situationseinschätzungen nehmen zu.

5. Das Potential zu funktionaler Krisenbewältigung nimmt deutlich ab.

6. Das Beratungsumfeld wird weniger divers. Alles konzentriert sich mehr und mehr auf den „Führer“. Widerspruch verschwindet.

7. Die Informationsüberlast nimmt zu und wird durch Trivialisierungen im Freund-/Feind-Schema reduziert.

8. Rasche, einsame und machtvolle Reaktionen werden attraktiv, weil sie den bedrohten Selbstwert der Machthaber restabilisieren.

9. Das Interesse an Kommunikation mit dem Gegner sinkt und wird auch auf diplomatischen Kanälen zunehmend ausgedünnt.

10. Das Empfinden für die zur Verfügung stehende Zeit ändert sich: Das Gefühl, dass rasch gehandelt werden muss, nimmt massiv zu.

11. Der Entscheidunghintergrund wird mehr und mehr auf die Gegenwart (Wirkung!) reduziert. Langfristige Überlegungen verschwinden mehr und mehr.

12. Die eigenen Möglichkeiten werden als geringer als die des Gegners angesehen. Das erhöht das Gefühl von Hilflosigkeit.

13. Der Anspruch, dass Verbündete genauso urteilen, wie man selbst, nimmt zu.

14.Die Möglichkeiten, die eigenen Ansichten korrigieren zu können, sinken. Damit wird das Hinterfragen der eigenen Deutungswelt immer unwahrscheinlicher. 

15. Die Hilflosigkeit paart sich mit der Erwartung von Führungsstärke aus der Gesellschaft. Dies führt zu Tatendrang und der Überzeugung keine andere Wahl zu haben.“

Knapp 60 Jahre nach Publikation ist genau das aktuell zu beobachten. Krass.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wayne interessierts?
BeitragVerfasst: 18 Apr 2022 06:59 
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MD Emu

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captainbeefheart hat geschrieben:
...Knapp 60 Jahre nach Publikation ist genau das aktuell zu beobachten. Krass.



...Knapp 60 Jahre nach Publikation ist genau das aktuell bei Putin und Zelenskyj zu beobachten. Krass.
In diesem Krieg machen sich alle Beteiligten zum Vollhorst. :toblerone ...und wir, "Wir werden ärmer werden" verkündet der Vizekanzler.


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