Freitag hielten sich meine sportlichen Ambitionen nach der Bonn-Radrunde am Donnerstag doch etwas in Grenzen und ich bin nur kurz ins Feld, gute 20 min Laufen. D.h. barfuß in meinen Nike Free. Hmmm... Ich weiß nicht. Vielleicht 5 k - aber sicher keine 10. Dann habe ich noch so Dinge erfolgreich gemeistert wie "Hilfe, wo ist mein Chip???"

und "Hilfe, wo ist mein Startpass???"

- das sollte reichen.
Samstag war dann Radtraining angesagt. Wir also voll müde hingefahren und "eine schöne 80 km-Runde" mitgeradelt. Die "schöne Runde" führte u.a. über die Panzerstraße zum Munitionsdepot hoch - ein nicht ganz so steiler, aber längerer Anstieg.

Na super. Meine Beine mochten das noch gar nicht. Dafür war die Abfahrt um so schöner.

Irgendwann haben zwei Vereinskolleginnen und ich dann auch das Kreiseln geübt - ja... das müssen wir nochmal ausführlicher üben. Und zu viert. Die Gruppe hat dann irgendwann ganz gut Tempo gemacht, dass Göga und ich hinten raus gefallen sind.

Aber man hat dann doch auf uns gewartet.

Ich war ganz schön platt abends, obwohl es im Schnitt voll GA1 war, wie mir meine Pulsuhr hinterher erzählt hat. Tapern? Für einen Trainingswettkampf?? Nä. Also. Dann noch Sachen packen und Flaschen füllen für Sonntag und fertig.
Sonntag 5:55 Uhr. Der Wecker reißt mich aus dem Tiefschlaf.

Was für eine blöde Idee. Hätte ich nicht einen Wettkampf finden können, der zeitlich benutzerfreundlicher ist??? Egal, raus, anziehen, Kaffee, Banane. Ja, da esse selbst ich Bananen. Die gehen dann rein. Mein Käsebrötchen packe ich ein fürs Frühstück im Auto, und um kurz vor 7 geht's los. Im Auto lese ich dann die Ausschreibung nochmal durch. Da steht was von "Neoprenfreigabe wird am Wettkampftag entschieden" - waaaaaaaahhhh - nochmal umdrehen und den Neo holen. Gefrierbrand kann ich echt nicht brauchen. Die Anfahrt in Fulda ist problemlos, um 8:30 bin ich da, um Startunterlagen abzuholen und das Rad einzuchecken. Das soll bis 9 Uhr erledigt sein. Ich traue meinen Augen kaum, steht da plötzlich der hazelman vor mir! Hallo???? Zufällig sind sie in Fulda und er wollte ggf. spontan starten, aber das schien nicht möglich zu sein. Schade! Dann noch Vereinskollegen getroffen und ich tüddele ziemlich verstrahlt meine Schuhe ans Rad, lege meinen Krams hin, und gehe zur Wettkampfbesprechung, die um 9 Uhr sein soll. Ich kämpfe mit dem Käsebrötchen, entscheide mich dann doch lieber noch eine Banane zu essen und lausche der Ansage. Dann schaue ich mir die Wege in der Wechselzone an. Der Weg vom Rad zum Balken ist lächerlich kurz - also fummele ich meine Schuhe wieder ab, das kann ich auch in Radschuhen laufen. Ich bin müde, meine Beine fühlen sich müde an.

Ganz viele haben ihren Neo an. Ich teste das Wasser - geht eigentlich. Die Tafel sagt 22,5°. Der Neo bleibt im Auto. So. Schließlich ist das ein Trainingswettkampf und ich muss üben, ohne Neo unter Stress im Schwimmbad zu schwimmen. Ich schwimme mich mit meiner Vereinskollegin im Nachbarbecken ein, ein bisschen hin und her, dann noch etwas Technik (einarmig) und eigentlich will sie noch Steigerungen schwimmen, ich aber raus, zum Start, werde hibbelig. Ich bekomme die schwarze Badekappe und wir einigen uns auf der Bahn, dass die Frau im Neo vorschwimmt, dann eine weitere, dann ich. Los geht's.
Schwimmen
Nach dem Startsignal erst mal wieder das übliche Zickenkriegschaos. Ich schaffe es aber an dritte oder vierte Position. Die Neoschwimmerin ist sofort weg. Überholmanöver, Füßegekloppe. Ätz. Meine Vorschwimmerin hat irgendwann Probleme, hält sich an der Leine fest, ich ziehe vorbei. Ich schwimme sozusagen vorne, die Neoschwimmerin ist so weit weg, das gibt keinen Wasserschatten. Aber zwei Mädels hängen an meinen Füßen. Ich hasse das. Ebenso wie ich es hasse, nicht frei schwimmen zu können. Nach 700 oder 800 m ziehen dann zwei Mädels an mir vorbei und ich habe wieder Füße vor mir. Nach 950 m sehe ich Göga am Beckenrand. Ja, letzte Bahn. Er hat einen Schirm. Äh... Es regnet wohl. Zum Glück ist nach 1000 m Schluss. Raus, Badekappe runter, um die Ecke laufen, da liegt die Zeitmessmatte. Puh.
T1Ich renne leicht schwankend zur Wiese runter, da liegt mein Wechselbeutel. Es ist feucht. Also Weste an. Schwimmbrille in den Beutel, diesen abwerfen und zum Rad. Meine Radbrille ist mit Wassertropfen übersät. Scheixxe. Helm auf, rein in die Schuhe und das Rad geschnappt. Rad? Hallo??? Es hängt im Ständer fest. Ich trete auf das Holzteil und ziehe mit aller Kraft das Rad raus. Uff. Los gehts. Kurz vor dem Balken steht Göga und ruft "Startnummer!". Startnummer? Oh, ja, die hängt noch am Lenker.

Super. Also noch die Startnummer umgetüddelt und dann aber los aufs Rad.
RadIch hatte keine Ahnung, was mich erwartet. Im Internet stand "schneller und selektiver Radkurs". Was auch immer das bedeutet... Nach kurzer Einrollphase kam dann der erste Hügel, ok. Die Beinchen taten etwas weh. Aber richtig eklig war die nasse Straße. Und tiefe Pfützen. Was war ich froh, keine Strümpfe an zu haben, in meinen Radschuhen war es auch so pitschnass. Aber das bisschen pitsch... Froh war ich um meine Weste, es ging teilweise ein ekliger Wind. Die Streckenführung war etwas unübersichtlich. Ein Stück war mit Gegenverkehr, es gab mitten drin eine Art "Wendepunkt" - da sah ich dann meine Vereinskollegin. Ha. Gar nicht so weit vor mir. Und das wo sie deutlich schneller schwimmt als ich. Aber sie ist bekanntermaßen auch ein Radtier. Mal schauen. Ein Gullideckel hat mich fast zum Asphaltknutschen gebracht, aber zum Glück nur fast. Shit, ist das fies mit der nassen Straße. Dann kamen wilde Wegweiser x km da lang, 2. und 3. Runde da lang. Ich muss noch auf die 2. und dritte Runde, also gerade aus. Ah, da ist wieder der Anstieg von vorhin. Hochkurbeln. Geht. Dann die Wendepunktstrecke - meine Vereinskollegin ist näher. Ob ich sie einholen kann? Ja, auf einem leichten Anstieg, als sie ihre Trinkflasche umfüllt, ziehe ich an ihr vorbei "bis nachher beim Laufen!"

Am Wendepunkt ist sie knapp hinter mir. Und bleibt dran. An einem Kreisel steht Göga und feuert mich an - cool!!!

Als ich am (nicht sichtbaren) Balken dann wackelig vom Rad steige, kommt meine Vereinskollegin angeflogen, steigt zügig ab und schiebt vor mir in die Wechselzone.
T2Ich drücke den Helfern mein Rad und den Helm in die Hand und suche meinen Wechselbeutel. Gefunden. Diesmal setze ich mich hin, um meine Söckchen und Schuhe anzuziehen. Meine Vereinskollegin schlüpft barfuß in die Laufschuhe. Nä, das muss ich noch üben. Bin dennoch schneller beim Wechsel als sie.

Buff, Gelchip, los.
LaufenAua, die Eisklumpen da unten sollen meine Füße sein??? Erst mal einen Becher Wasser und da stehen auch das Wagnerli und hazel!

Es geht direkt in den Park und meine Vereinskollegin überholt mich. Ich quäle mich. Aber so habe ich jemand, hinter dem ich herlaufen kann - die Streckenführung ist sehr unübersichtlich. "Flacher Kurs auf befestigten Wegen".

Im Park Sandwege, dann geht es eine kleine Rampe hoch, viel Kopfsteinpflaster, da laufe ich ganz vorsichtig, das mag ich gar nicht. Mir ist warm. Ja klar, ich habe noch die Weste an.

Gleich geht es auf die 2. Runde. Weste aus. Wo ist das Wagnerli??? Ich sehe sie nicht. Dann sehe ich denn Mann meiner Vereinskollegin, werfe die Weste in seine Richtung, er reagiert nicht, so dass ich brülle "FRAAAAAAHAAAAAAANK, MEINE WEEEEEHHEEEEESTEEEEEE!". Und laufe weiter, hoffe, er hat es gehört und die Weste von der Straße aufgesammelt. 2. Runde. Meine Vereinskollegin zieht weiter davon. Ein Mädel überholt mich und ruft "los, häng dich dran" - ich: "nee, ich kann nicht mehr!". Nett gemeint. Dann sehe ich, wie sie nicht den Bogen des Weges im Park läuft, sondern über die Wiese abkürzt. Hallo? Was soll das denn???

Am Ende der 2. Runde nehme ich Wasser und Iso, verpasse mir dann erst mal mit Iso eine Nasen- und Augenspülung und frage mich, ob da Kohlensäure drin ist, oder ob ich das so durchgeschüttelt habe. Jedenfalls gluckst das, was dann doch im Magen gelandet ist gar fröhlich. Ah, jetzt fange ich an, meine Füße zu spüren. Im Park grübele ich noch, ob ich jetzt etwas aufdrehen soll, oder das Ding einfach locker ins Ziel jogge und ich entscheide mich für letzteres. Es fühlt sich nach normalem, etwas flotterem Lauftempo an. Heute kein Messer zwischen den Zähnen, kein Japsen und Stöhnen. Nein. Will ich nicht. Kurz vor der letzten Runde packe ich meinen Gelchip aus und stopfe den in den Mund. Jetzt nur noch Wasser. Ein letztes Mal die blöde Rampe, das doofe Kopfsteinpflaster, die Leute, die in der Eisdiele sitzen, feiste Eisbecher essen und zuschauen. Und dann: Ziel!!!
AfterraceIch bekomme eine Banane und einen Becher Wasser in die Hand gedrückt und klatsche meine Vereinskollegin ab, die 25 sec. vor mir eingelaufen ist. Göga ist auch da und ich ziehe ganz schnell meine Jacke über. Mir wird kalt. Wo ist der Bereich mit der Zielverpflegung? Äh... offenbar sind das die paar Meter hinter dem Ziel und die Kinder, die Bananen und Wasser bzw. Iso reichen. Na gut. Noch einen Becher Iso. Da in Fulda nur die ersten der AK geehrt werden, muss ich nicht zur Siegerehrung bleiben, meine Vereinskollegin ist die gleiche AK wie ich.

Also frage ich mich durch, wo ich meine Beutel und mein Rad wieder bekomme (das ist nicht wirklich eindeutig...) und wir machen uns auf dem Weg zum Auto. Nicht ohne in der Eisdiele vorher noch ein großes Eis zu holen.

Das musste sein.
Zeiten1 k swim 0:21:48 (29.)
38,5 k bike inkl. T 1 und T2 1:22:17 (12.)
10 k run 0:53:42 (29.)
Total: 2:37:46
2. AK W45
20. Frau
Selbst gestoppte Wechsel:
T1: 2'08
T2: 1'16