Raceday:Oh Gott, war ich nervös und habe mir vor Angst in die Hose gemacht.
Um 7 Uhr sollte der Wecker klingeln, aber Maultäschle

war so nett schon vorher eine SMS zu schicken.
Es gab Brötchen mit Honig und Kaffee.
Dann noch 500ml Isozeugs.
Dann fing ich wieder an rumzuspinnen wegen meiner Klamotten entschied mich aber für die lange Hose,
weil ich bei so einem Wetter immer mit langer Hose gelaufen bin.
Meine Schwester

war tiefenentspannt und fuhr ich mit den Auto fast an die Startlinie.
Meinen Beutel mit den Klamotten nahm sie und so trafen wir ein, als der Startschuß für die ELite und die schnellen Läufer fiel.
In 10 Min sollte ich dran sein, also noch schnell auf's Klo und raus aus den Klamotten.
Das war eine super Strategie, weil so nicht fror und nicht noch mehr Schiss bekommen konnte.
Da der Lauf am Tag vorher so gut war, lief ich 10 min die Meile an.
Es war locker...richtig locker...also gut !
NAch Meile 2 ging es zum ersten Mal hoch.
In Frankfurt gibt es solche Steigungen nicht.
Ich gab mir Mühe nicht zu schnell hoch zulaufen auf Roth habe ich ja gelernt.
Es ging raus Richtung Phoenix Park und es war wirklich viele Zuschauer an der Strecke.
Leider kam der Wind von vorne und es ging immer leichte bergauf.
Am Phoenix-Park lag die erste Matte bei Kilometer 10 und die Uhr zeige 1.02 h.
Ich dachte nur: "Perfekt, es läuft richtig gut."
Dann ging es wieder zurück, bergab, also lies ich es rollen.
Im nächsten Stadteil waren noch mehr Leute und dann kam der erste richtig fiese Anstieg.
Bei Kilometer 17 stand auf einmal meine Schwester

, damit ich hatte ich gar nicht gerechnet.
Sie hüpfte ganz aufgeregt über die Strasse.
Die zeigte immer um die 10 min pro Meile an.....ein Traum.
Richtig Halbzeit kam der Wind wieder von vorne, nicht stark, aber lästig.
An dieser Stelle war richtig Party mit Musik....die Uhr zeigte 2.10.XX h.
Ich fing zum ersten Mal darüber nachzudenken, ob sub 4.30 h realitisch sind.
Richtig lange Läufe hatte ich ja nicht mehr gemacht und ein leichter Einbruch war nicht auszuschliessen.
Im nächsten Stadtteil höte ich einen Sprechen rufen:
" Blabla from New York"
Dann kam ich lang und er rief:
"Michelle Wagner from Offenbach."
Die ausländischen Starter wurde alle begrüßt und ich hatte Tränen in den Augen.
Und dann war der Punkt im Rennen erreicht, auf den ich mich immer freue...ab dann ging es auch in Roth wieder.
Meile 20 !!!Jetzt wußte ich, dass es keine 10 Kilometer mehr sind und 10 Kilometer gehen immer.
Ich dachte mir auch, dass es völlig egal ist, was jetzt noch passiert, es ist einfach ein riesen Rennen
und es kann nicht mehr schlecht werden.
Bei Meile 21 kam aber dann nochmal ein ganz ganz fieser Anstieg und ich nahm richtig raus, weil dei Oberschenkel schon weh taten.Ich wußte ja, dass es dann immer leicht bergab Richtung Ziel geht.
(Die Strasse bin ich schon öfter mit meiner Schwester gefahren)
Bei Meile 23 sagte ich mir:
"Wenn Du so weiterläufst, sind es keine 30 min mehr."
Dann kam ich ins Stadtzentrum zurück und es war der helle Wahnsinn.
Die Leute feuerten Dich so an....ich flog förmlich ins Ziel.
Die Tränen konnte ich gerade so unterdrücken.
Dann war das Ziel zu sehen und ich wußte, es werden sub 4.20 h.
Es war einfach nur der Hammer.
Ich bin die zweite Hälfte schneller gelaufen, als die erste.
Es gab eine Medaille und ein Finishershirt.
Dann sah ich auch schon meine Schwester und wir nötigten einen Zuschauer ein Foto von uns zumachen.
(Wird heute Abend nachgeliefert.Marathon-Fotos gibt es aber schon:
http://www.marathon-photos.com/scripts/ ... 3&bib=5661 )
Meine Schwester brachte mich dann zum Auto und verpflegte mich.
Abends bekam ich im Restaurant meines Schwagers zur Belohnung warme Brownies mit Eis
und zum Abschluß Champus.
Es war der Lauf meines Lebens.
Nichts hätte besser laufen können.
